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Pressekritiken v. 12.12. 2011 zum Adventskonzert in der Bürgerhalle
Westfälische Rundschau und Ruhrnachrichten
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Adventskonzert in Werne vom 27. Nov. 2011

Adventskonzert in Werne vom 27. Nov. 2011 Adventskonzert in Werne vom 27. Nov. 2011
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RN und WA vom 28.11.2011
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The Musicmakers

Dortmunder Philharmoniker verabschieden sich mit beeindruckendem Konzert von der Saison - Sieben Dortmunder Chöre


"Auf ewig die Erschütterer der Welt"

Sonja Müller-Eisold


Wie einen mächtigen Nachhall zum Klangvokal-Festival bot das zehnte Philharmonische Konzert noch einmal Chormusik im XXL Format

GMD Jac van Steen hatte für Edward Elgars "The music makers" - ein beeindruckendes, hierzulande leider kaum bekanntes Werk - den Leeds Philharmonic Chorus eingeladen und dazu Mitglieder weiterer sieben (!) Dortmunder Chöre. Ein auf der Bühne, der Empore und den Rängen platziertes, überwältigendes Ensemble von strahlendem Klangeindruck.

Elgars Ode für Alt, Chor und Orchester auf den Text von Arthur O'Shaughnessy ist eine Hymne an alle Menschen, die Kunst ins Leben bringen. "Wir sind die Musikmacher und wir sind die Träumer der Träume. Dennoch sind wir auf ewig die Beweger und Erschütterer der Welt, wie es scheint,"

Der britische Komponist hat mit dem Werk auch seine eigene Kunstauffassung zum Ausdruck gebracht. Er arbeitet dabei mit vielen Zitaten aus der Musik - auch aus seiner eigenen, bei der vor allem Übernahmen aus seinen Enigma·Variationen auffallen, und verarbeitete sie zu einem überwältigenden Klangereignis zwischen romantischem Zauber und majestätischer orchestraler und sängeriscber Wucht.

Granville Walker hat die Chöre ideal aufeinander eingestimmt, Iris Vermillion sang mit ihrer kräftigen, betörenden Altstimme die Soli  und Jac van Steen koordinierte den riesigen Apparat einfühlsam zu erstaunlich zarten Tönen wie triumphaler Klangentfaltung. Ein grandioser Abschluss der Saison. mit Ovationen des Publikums quittiert .. .

Folgende Chöre waren beteiligt: Dortmunder Musikverein, Extrachor Theater, Bachchor, Dortmunder Kammerchor; Dortmunder Oratorienchor, Neuer Chor an St. Patrokli, Dortmunder Schubert-Chor 

....Mit einem musikalischen Fest haben sich die Dortmunder Philharmoniker am Mittwochabend im Konzerthaus Dortmund in die Theaterferien verabschiedet. – Auf der Bühne war sicher nicht allen nach Feiern zumute: Generalmusikdirektor Jac van Steen verlängert seinen Fünf-Jahresvertrag nicht, die Saison 2012/13, in der die Philharmoniker ihr 125-jähriges Bestehen feiern und in der in jedem Konzert ein Werk aus dem Jahr 1887 erklingen soll, wird die letzte des jetzt 55-jährigen Niederländers sein.

 

Für das zehnte und letzte Philharmonische Konzert hatten die „Musikmacher“ wie schon erfolgreich 2008 sieben Dortmunder Chöre und den Leeds Philharmonic Chor mit auf die Bühne geholt. Es war ein gewaltiger optischer und akustischer Eindruck, den 270 Sänger auf den Galerien, der Orgelempore und der Bühne in Elgars Ode „The Musik Makers“ boten.

Spätromantische Emphase

Orgiastische Klänge baute van Steen in der üppig schwelgenden romantischen Musik auf und differenzierte sie auch dynamisch sehr wirkungsvoll. Dass Musikverein, Extrachor des Theaters, Bachchor, Dortmunder Kammerchor, Oratorienchor, Schubertchor und der Neue Chor an St. Patrokli sowie der Leeds Chor zusammen zu leise singen können, war eindrucksvoll. Das Orchester schwelgte dazu großartig in romantischer Emphase, und Altistin Iris Vermillion begeisterte mit einem dunkel gefärbten, tiefen Mezzo, der fast Alt-Lage hatte... (Julia Gass)

Kritiken zum Verdirequiem

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Musikverein bringt Frühling zum Klingen 
Von Susanne Riese (RN) am 24. März 2010 07:04 Uhr 
DORTMUND Die Wiedergeburt der Natur, Liebe, Lebensfreude und Musik – das Konzert des Dortmunder Musikvereins feiert den Frühling in all seinen Spielarten. „Klangwelten des Frühlings“ heißt das Programm.   
Der Dortmunder Musikverein feiert den Frühling in all seinen Spielarten.
„Ich kann gar nicht sagen, wie oft wir ’happy‘ gesungen haben“, erzählt Granville Walker, musikalischer Leiter des Philharmonischen Chores des Musikvereins. Das Frühlings-Programm habe „unheimlich viel Spaß gemacht“, vor allem nach diesem langen Winter.
Diesen Spaß können sich Musikfreunde am Freitag (26.3.) ab 19.30 Uhr im Orchesterzentrum gönnen. Werke von Purcell, Vivaldi und Händel stehen auf dem Programm. Den Chor begleitet das Orpheus Ensemble unter der Leitung von Konzertmeister Thomas Rink mit Original-Instrumenten.

Jahreszeiten und Frühling bilden Hauptthema

Als Solistin steht Christina Clark auf der Bühne. Die Sopranistin am Aalto-Theater in Essen ist bereits mehrfach mit dem Dortmunder Chor aufgetreten. Vier Grundthemen bringen Chor, Orchester und Sängerin in dem Frühlings-Programm mit dem Untertitel „Music, spread they voice around“ zum Klingen: Die Jahreszeiten und vor allem der Frühling bilden das Hauptthema.

Es geht aber auch um das Erwachen der Natur und um die Liebe mit all ihren Widersprüchen, wie in Purcells „If love´s a sweet passion“. Dem steht die (tröstende) Kraft der Musik gegenüber, wie das Solo „Music for a while“ (Purcells „Oedipus“) beschreibt.

Als viertes Thema greifen die Musiker die Metaphysik auf, die Suche nach dem Übersinnlichen und der perfekten Harmonie in der Welt des 17. und 18. Jahrhunderts, die zunehmend von der Naturwissenschaft beherrscht wird. Eine Sehnsucht nach Ursprünglichkeit und Harmonie kommt in dieser Musik zum Ausdruck. „Sehr spannend und modern“, verspricht Granville Walker.   

Daphnis et Chloé

Fulminante Saisoneröffnung
WAZ Kultur, 15.09.2009, Sonja Müller-Eisold
(...)Und zum Schluss Ravels Ausflug in das Griechenland seiner Träume: die Ballettsuite „Daphnis et Chloé“. Hier holte van Steen noch einmal alle Klangreserven seines Orchesters heraus, die leuchtenden, impressionistischen Zauberklänge und Farben, ließ das schöne Flötensolo aufblühen, setzte effektvoll den hier mitagierenden Chor (bestehend aus verschiedenen Dortmunder Chören) ein und führte sicher zum orgiastischen  Schluss.

 

Saisonauftakt mit allen "Farben der Liebe"
RN, Julia Gaß am 15. September 2009
DORTMUND Mit Musik, aus denen die "Farben der Liebe" klang, haben die Dortmunder Philharmoniker zum Saisonauftakt am Montag im Konzerthaus Dortmund das Publikum und sich fast in einen Liebesrausch gespielt.
Sehnsucht in der verbotenen Liebe, die Fauré in der Suite "Pelléas et Mélisande" vertont hat, steigerte sich über eine Flirt zwischen Sopran und Orchesters in Henri Dutilleux "Correspondances" zur heißen Liebesnacht in einer "Ravel-Sinfonie", die Generalmusikdirektor Jac van Steen aus der "Alborada", der "Rapsodie espagnole" und der "Daphnis et Chloé"-Suite zusammen gestellt hat. Eine gute Idee, die das Orchester mit effektvoll herausgespielten spanischen Klängen temperamentvoll zum fast entfesselten Rausch forcierte. - Ein fabelhafter Start in die Saison.
(...) Ein Kontrast zu den Vokalisen der vier von Granville Walker einstudierten Chöre (Extrachor Theater, Musikverein, Oratorienchor und Schubertchor) in Ravels "Daphnis et Chloé". Klangvoll und präsent.

Due Foscari und Anna Bolena bei Klangvokal
Von Julia Gaß am 14. Juni 2009 16:31 Uhr
DORTMUND Zwei Mal große italienische Oper - zwei Mal mit Opern-Legenden aus en 70ern. Aber die konzertanten Aufführungen von Donizettis „Anna Bolena“ mit der Sopranistin Mariella Devia (61) in der Titelrolle und Verdis „Due Foscari“ Samstag im Konzerthaus mit dem 73-jährigen Bariton Renato Bruson hätten unterschiedlicher kaum sein können.Die Aufführung von Verdis früher Oper war von Temperament, Leidenschaft und kraftvollem Stimmrausch durchtobt. Der Italiener Carlo Montanaro dirigierte das WDR Rundfunksinfonieorchester mit übervollem italienischem Herzen, ausladenden Bewegungen und viel Temperament.

Und das jüngere Solistenpaar, Tenor Francisco Casanova und Sopranistin Manon Feubel, präsentierten sich – beide mit Pavarotti-Statur – als Stimmband-Herkules, gingen mit Lautstärke nicht zimperlich um und sangen sich die Seele aus dem Leib. Dass der Tenor den Kraftakt durchhielt, war erstaunlich. Die Kanadierin Manon Feubel hatte auch schöne, stille Momente.

Den Tränen nahe

Renato Bruson hat als Vater Foscari schon Anfang der 70er Jahre brilliert. Abgeklärter klang sein Bariton, der jetzt ein noch größeres Vibrato hat. Mit der Schluss-Arie des Vaters, der an gebrochenem Herzen stirbt, weil er den Sohn verbannt hat, hätte er das Publikum aber zum Weinen bringen können.

Großen Anteil am Gala-Format des Abends hatte der über 100 Sänger starke Chor des Musikvereins (Granville Walker), der von Mitgliedern des Opernchors verstärkt war. Viel Schwung der mittleren Verdi-Opern wie man ihn etwa aus der „Traviata“ kennt, gab der Chor dieser selten aufgeführten frühen Oper.
Gefeierter italienischer Abend
WAZ  Dortmund, 14.06.2009, Burkhard Sauerwald
Mit großem Jubel endete ein italienischer Abend im Konzerthaus: Das musikalische Geschehen zuvor war von großer Leidenschaft geprägt, und mit ebenso leidenschaftlich feierte man die Künstler.

Giuseppe Verdis frühe Oper „I due Foscari” bot ihnen auch bei einer konzertanten Aufführung genug Gelegenheit zu brillieren. Die zentrale Rolle des Dogen Foscari war bei der Aufführung im Rahmen des Klangvokal-Festivals mit dem großen, inzwischen 73jährigen Bariton Renato Bruson besetzt. Der Italiener zeigte gerade in den Passagen seine Qualitäten, wo die Melancholie, das Ausweglose die Musik bestimmt, so im intensiven Finale oder auch dem emotionalen Höhepunkt des ersten Aktes, beim Zusammentreffen mit Schwiegertochter Lucrezia. Effektsicher und durchsetzungsstark meisterte die Kanadierin Manon Feubel die Partie. Dass bei ihr und Francisco Casanova, der die Rolle des jungen Foscari übernahm, weniger die fein austarierten Nuancen, sondern vor allem die großen musikalischen Gesten zählten, passte zum Auftreten des Dirigenten: Am Pult führte Carlo Montanaro so manches Tänzchen auf, das große Leid der Foscaris erlitt er am eigenen Körper. Dass das Ganze funktionierte, überraschte durchaus, aber sowohl der Philharmonische Chor des Musikvereins als auch das WDR-Rundfunkorchester wussten die Anweisungen des Maestros stimmig umzusetzen. Gerade auch sensible Solostellen etwa von Klarinette und Cello überzeugten besonders.Die Rolle des Bösewichts Loredano blieb für den polnischen Bass Alexander Teliga, mit seinem dunklen Timbre eine gelungene Besetzung.

Elias

Musikverein knüpfte im Konzerthaus an Glanzzeiten an
Von Julia Gaß am 12. März 2009 14:32 Uhr
RN DORTMUND
Vorzügliche Solisten, ein Riesenchor, der gut einstudiert war und lebendig sang, die aufmerksamen Dortmunder Philharmoniker und ein großes, anspruchsvolles Werk: Mit der Aufführung von Mendelssohns Oratorium „Elias“ hat der Musikverein am Mittwoch an seine Glanzzeiten in den 90er Jahren angeknüpft. Leider im nicht bestens gefüllten Konzerthaus.Mehr Sängerinnen und Sänger als auf die Orgelempore gepasst hätten, hat Granville Walker zu einer stimmgewaltigen Gemeinschaft geformt. – Erstaunlich, auf welche Größe der Chor angewachsen ist. Und vor allem, wie viele Männerstimmen er hatte. Mit dem „Elias“, dem alttestamentlichen Gegenstück zum zehn Jahre älteren „Paulus“, gratulierte der Musikverein Mendelssohn zum 200 Geburtstag.

Als packendes Drama legte Walker das Werk an, ließ Klänge in dem großen Chor zwar aufblühen, verzichtete aber in Chorsätzen wie dem berühmten „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ auf allzu große Romantizismen, ließ die mehr als 100 Sängerinnen und Sänger schlank und zügig singen. Viel Kraft hatten die Baal-Anrufe, einen großen dramatischen Zug die beiden Finali. Das war gute Werbung für eine Musikstadt, die sich ab Mai als Vokalstadt präsentieren möchte.Die Dortmunder Philharmoniker folgten Walkers dramatischer Anlage, noch besser aber die vier Solisten. Maria Radner sang mit beschwörendem, sehr substanzvollen, warmen Alt. Francisca Devos‘ Sopran klang sehr leicht und wunderbar frei. Dominik Wortigs lyrischer, aber kräftiger Tenor passte sehr gut zu Mendelssohns liedhaften Arien. Und Bassist Thomas Laske war ein großartiger Elias mit einem starken Bass, den er auch sehr leicht in fast baritonale Höhen führte.Professionell agierend
Martina Hönes (Sopran) und Astrid Henning (Alt) waren professionell agierende Chorsolisten im Frauenterzett und -quartett. Auch wenn sich der Chor für das Konzert mit Aushilfen verstärkt haben sollte – eine geschlossene und imposante Leistung war der Abend trotzdem.Musikverein führt "Elias" auf
 WAZ Kultur, 12.03.2009, Sonja Müller-Eisold
Felix Mendelssohn-Bartholdy hat nicht nur Bachs „Matthäus-Passion“ aus dem Staub der Vergessenheit befreit, er hat die Barockmusik wieder in die Erinnerung gebracht. Und er hat in Nachfolge von Händels großen Oratorien selbst Werke dieser Gattung geschaffen.
Es ist erfreulich, dass im Jubiläumsjahr zum 200. Geburtstag des Komponisten nun viele seiner Werke gespielt werden, nachdem in Deutschland während der Naziherrschaft diese Musik verpönt war.
Der Dortmunder Musikverein bot jetzt eine hervorragende Aufführung des Oratoriums „Elias“, der aus dem Alten Testament gewonnenen Geschichte des Propheten, der gegen den Baal-Kult für Jawhe, den einen Gott, streitet. Granville Walker hatte seinen Philharmonischen Chor ausgezeichnet präpariert. Er sang wundervoll ausbalanciert, klangstark, differenziert, mit überzeugender musikalischer Artikulation. Ließ sich von der dramatischen Kraft und der lyrischen Schönheit der unterschiedlichen Sätze mitreißen und gestaltete ihren Charakter mit unerhörter Plastik.Die Dortmunder Philharmoniker setzten sich mit ebenso viel Energie ein und trugen Chor und Solisten mit Vollklang, blühenden Solopassagen und Klangschmelz. Und dazu traten Gesangssolisten von hohem Format. Thomas Laske sang die Partie des Elias imponierend mit ausdrucksstarkem Bass, von zupackender Dramatik und zugleich auch lyrischer Qualität. Dominik Wortig gewann durch seinen wohllautenden Tenor die Sympathie der Hörer. Bezaubernd weich führte Maria Radner ihren schönen Alt, und Francisca Devos brachte eine strahlende Sopranstimme ein. In kleineren Beiträgen gewinnend auch Martina Hönes und Astrid Henning.
Gebannt von der Musik, die auf ganz eigene Weise melodischen Ideenreichtum, Klanggröße, dankbare solistische Aufgaben und dramatische Kraft verbindet, genossen die Hörer ein würdiges, packendes Gedenken an den genialen Komponisten.



Weihnachtskozert im Bürgerhaus Dortmund
 WR 14.12.2008, Von Martina Lode-Gerke
Was macht die Familie an Heiligabend, wenn Mamas Gans im letzten Jahr zu zäh war, so dass Opa mit seinem Gebiss haderte und Bubi mit seinen ausgefallenen Schneidezähnen keinen Bissen kauen konnte? Sie lässt sich den Gänsebraten in einem Lokal schmecken.Dass man dazu vielleicht nicht gerade die Gaststätte aussuchen sollte, für die Vater von der Firma Essensmarken bekommt, erzählte Schauspielerin Tirzah Haase am Samstag in der Geschichte "Ist das Bäumchen nicht goldig?" beim traditionellen Weihnachtskonzert des Musikvereins in der Bürgerhalle des Rathauses.Ein Largo aus einer Partita des 1727 in Eisenach geborenen Komponisten und Mozart-Zeitgenossen Johann Wilhelm Hertel präsentierte die Oboistin und Trägerin des Dr.Kramer-Preises Noemi Kanegae, begleitet von Ulrich Maier am Klavier. Mezzosopranistin Andrea Rieche aus dem Opernchor führte die Hörer in die Gegenwart: Gemeinsam mit Chordirektor Granville Walker gestaltete sie dessen Komposition "Tauet, Ihr Himmel, von oben" nach Jesaja. Der Philharmonische Chor des Musikvereins zeigte sich gut disponiert, ließ in dem bekannten Weihnachtslied die Hirten munter herbeikommen und gestaltete Mendelssohns "Wachet auf, ruft uns die Stimme" klar, intonationssicher und homogen. Eine schöne Einstimmung auf das Fest.


Konzert anlässlich der Verleihung des Dr. Kramer-Förderpreises
WR v. 16.11.08
Freude am Musizieren unterstützen
"(...)In diesem Jahr war der Preis für Oboe ausgeschrieben. Samstag wurde er im Konzerthaus an die Japanerin Naomi Kanegae verliehen. (...) Während der Verleihung glänzte sie mit frischem und lebhaften Spiel als Solistin in Händels Oboenkonzert Nr. 3 in g-Moll ebenso wie in "Psalm 19 - Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes", einer Eigenkomposition Granville Walkers, dem Musikalischen Leiter. Besonders quirlig gelang ihr Brittens "Solo für den Hirtengott Pan". Auch für Liselotte Panzer-Römp war dieses Solo der Höhepunkt des Programms: "Sie hat sehr musikalisch musiziert." Gemeinsam mit ihrem Ehemann Heinz Panzer - ehemaliger Solorepetitor sowie Dirigent am Dortmunder Musiktheater und 35 Jahre musikalischer Leiter des Musikvereins - erhielt sie den Ehrenpreis.(...) Ein stimmungsvoller, gelungener Abend unter der Leitung von Granville Walker als Dirigent wurde von Händels Orgelkonzert in g-Moll - mit Organist Michael Hönes - und Haydns "Salve Regina" abgerundet. Dieser Kirchenmusik und der Vertonung des Psalms verliehen der Philharmonische Chor und die Solisten Keiko Matsumoto (Sopran), Johanna Schoppa (Mezzo-Sopran), Tansel Akzeybek (Tenor) und Werner Bramer (Bass) heitere Leichtigkeit. (Von Silke Rathert)
RN v. 17. 11. 08
Wieselflink im Oboenkonzert
(...)Von dem Können der jungen Japanerin durfte sich auch das Publikum ein Bild machen:  Mit   wieselflinken Fingern durchflog sie Händels Oboenkonzert Nr. 3 und bescherte den Besuchern ein Hörvergnügen par excellence.(...)Doch nicht nur sie konnte sich an diesem Abend über einen Preis freuen. Für herausragendes Engagement im Dortmunder Musikleben wurde Heinz Panzer - langjähriger musikalischer Leiter des Musikvereins und enger Vertrauter Gerhard Kramers, zusammen mit seiner Ehefrau Lieselotte Römp-Panzer - mit dem Dr. Kramer-Ehrenpreis ausgezeichnet. (...) ein durch und durch gelungener Abend, den nicht zuletzt Granville Walker zusammen mit dem - wie immer perfekt vorbereiteten - Chor des Musikvereins zu einem Erlebnis machte. (Von Nadine Weinands)


Te Deum von Dvorák
NRZ v. 19. 09. 08
"Dvoráks "Te Deum", das mit seiner auftrumpfenden Lebensfreude eher an ein böhmisches Volksfest als an ein sakrales Gotteslob erinnert, bietet natürlich kein Tummelfeld für musikalische Feinarbeit. Entscheidend ist die Geste, alle Musikfreunde der Stadt Ernst zu nehmen und an einen gemeinsamen musikalischen Tisch zu laden. Eine Geste, die das Publikum offenbar verstanden hat." (NRZ)
WAZ/WR v. 17. 09. 08
"Van Steen führte diesen Chor zu gewaltigen Klangäußerungen, konnte ihn aber auch im Wechselspiel mit den Solisten Lydia Skourides und Mario Hoff zu erstaunlichen feinen Pianotönen modellieren - von der feierlich jubelnden Stimmung des Beginns
über das intensive Flehen der Gläubigen um ewiges Leben zum rauschhaft gipfelnden Alleluja."
RN v. 17. 09. 08
"Van Steen ist der Muntermacher am Pult. Ein ruhiger, aber emotionaler Dirigent, der mitreißt, dem man beim Dirigieren gerne zuschaut und ihm ansieht dass er genießt, was er tut und was er hörte. Begeistert hat er auch den Riesenchor von 250 Sängern aus sieben Dortmunder Chören in Dvoraks ,,Te Deum". Zu einem gewaltigen Klangmonument, stark wie eine Festung machte der Niederländer das Werk, das Dvorak auch als Antrittswerk komponiert hat: für sich selbst als Chef des New Yorker Konservatoriums. Zu welchen Höchstleistungen man Laienchöre bringen kann, wie kontrolliert Rausch klingen kann, hat van Steen gezeigt. Die lyrischen Kontraste setzten Sopranistin Lydia Skourides und Bariton Mario Hoff, für den die Partie etwas hoch lag."
WR v. 12.09.2008,
"250 Stimmen auf der Bühne. Das ist ein Klangrausch. Ein lautstarkes Erlebnis. Faszinierend allein schon durch die Masse Mensch. Van Steen hat zwar mit Hilfe von Chorleiter Granville Walker die Crème de la crème ausgesucht, um das "Te Deum" von Antonin Dvořak gemeinsam mit dem Theaterchor zu singen. (...)
Jac van Steens Augen blitzen: "Ich lebe voll für Risiken. Die muss man eingehen." Zumal er weiß, dass das Stück für ein solches Experiment geeignet ist - und die jeweiligen Chorleiter viel Vorarbeit geleistet haben. Jac van Steen wünscht sich eine solche Zusammenkunft mindestens einmal pro Jahr. "Für mich ist der Vokalklang so wichtig", sagt er. (...)
Als Jac van Steen auf das Dirigentenpult steigt, ist er noch umgeben von dem Geschwirr aus Stimmen und Instrumenten. Als er um Ruhe bittet, sind alle bei ihm. Alle 250 Sänger. Alle 80 Musiker. Und plötzlich erhebt sich ein großer Klang, ein gemeinsamer. Laut. Beeindruckend.

Konzert anlässlich der 1. Verleihung des Dr.-Gerhard-Kramer-Ehrenpreises
WR v 15.06.2008
Granville Walker, der sein Programm mit seinem englischen Humor unterhaltsam moderierte, hatte seinen Chor hervorragend vorbereitet und gestaltete ausdrucksvoll und klangmächtig jene Barockmusik, die Freuden der Natur, der Liebe und der weltumspannenden Kunst schildert und die heilige Cäcilie als Schutzheilige der Musik besingt.
Als treuer Begleiter agierte das Orpheus Ensemble mit instrumentaler Klangfreude, als Solistin reihte sich die Sopranistin Suzana Ograjensek ein, gefühlsbetont in der Auslegung Händelscher Koloraturen und flexibel bei Purcells Lobpreis der Musik: "Eine Weile lang befreit uns die Musik von den Sorgen". (ME)


Weihnachtskonzert
WR v. 23.12.2007
Sie naht, die frohe Zeit": Zu diesem Text des 1763 bei Hannover geborenen Predigers und Liederdichters Carl Bernhard Garve komponierte Opernchordirektor Granville Walker in diesem Jahr für den Dortmunder Musikverein einen gefälligen Chorsatz.
Am Samstag war er beim von Meinhard Elmer moderierten, traditionellen Weihnachtskonzert des Musikvereins in der Bürgerhalle des Rathauses zu hören: Eher sparsam geht Walker mit Dissonanzen um - insgesamt scheint die Komposition von den Weihnachtsliedern von Peter Cornelius inspiriert zu sein. Der Philharmonische Chor des Musikvereins präsentierte sich einmal mehr sehr gut disponiert, entfaltete sowohl sinfonische Klangfülle - etwa in "Macht hoch die Tür" und "Herbei, o ihr Gläubigen" - als auch kammermusikalisches Feingefühl, wenn es darum ging, dynamisch zu differenzieren, etwa als "Background" für die Sopranistin in César Francks "Panis Angelicus" aus der "Feierlichen Messe".
Vera Fischer war hier die Solistin, die mit gut geführtem, kultiviertem Sopran dem Stück Leben einhauchte und auch die Arie "Jerusalem" aus Mendelssohns "Paulus" mit schlanker Stimme und klangvollem, großem Vibrato zum Klingen brachte.
Die Flötistinnen Marion Jann und Katrin Gerhard, Harfenistin Martina Fleischer und Michael Hönes am Klavier begleiten Chor und Solistin traditionell in wechselnden Besetzungen, wodurch auch dieses Mal für ein differenziertes und abwechslungsreiches Klangbild gesorgt war. Das allerdings sollte durch das Telefonklingeln in der Pförtnerloge und das halblaute Sprechen der Pförtner während des Konzertes um eine weitere, ungewünschte und von vielen Besuchern als störend empfundene Dimension "bereichert" werden.
Insgesamt ein schöner Auftakt für das Fest, der - ebenfalls Tradition - mit Sekt und selbst gebackenen Plätzchen ausklang.


Schöpfung von Haydn
RN v. 29. Mai 2007
Für Opernchorchef Granville Walker und den Chor des Musikvereins ist Haydns «Schöpfung» ein besonders dankbares Werk. - Weil es mehr als andere Werke der Gattung eine für den Konzertsaal geeignete geistliche Oper ist, die in schnellen Wechseln der Bilder von der Erschaffung der unbelebten Natur, der Tiere und Menschen erzählt und am Schluss die Tür in eine paradiesische Idylle öffnet. In ihr preisen Adam und Eva die Schöpfung. Die Aufführung Pfingstmontag im Konzerthaus feierte das Publikum zum Teil stehend mit Ovationen. Walker setzte mit seinem sorgfältig einstudierten Chor und den Dortmunder Philharmonikern auf die Darstellung von großen Kontrasten. Bedächtig, leise und mit viel Atmosphäre ließ er zu Beginn die Bilder der öden Urwelt und der Entstehung der Erde illustrieren und stellte diesen die Darstellungen des Chaos packend gegenüber. Schnelle, abrupte dynamische Wechsel, eine differenzierte Gestaltung der großen Chöre und vor allem der Chorfugen, gaben der pausenlosen, knapp zweistündigen Aufführung große Spannung. Sehr präsent klang der Chor bei allen Einsätzen, mit 75 Stimmen war er immer noch sehr beweglich, hatte aber auch viel Kraft, um in den berühmten Jubelchören («Die Himmel erzählen», «Vollendet ist das große Werk») große Klangpracht zu entwickeln. Einzelne Sopranstimmen hörte man oft heraus - was schade ist, weil der Klang sonst auch in der Balance zwischen Frauen- und Männerstimmen ganz homogen wirkte. Für die kontrastreichen Gegenüberstellungen von lyrisch-intimen und dramatisch-packenden Sequenzen, war das Solistentrio ideal besetzt. Die koloratursichere Sopranistin Cornelie Isenbürger war eine wunderbare Eva, die in ihrer klaren, schön geführten Stimme viel schwärmerische Leidenschaft vermittelte. Und die lautmalerischen Teile wie die Imitationen der gurrenden Täubchen sang sie mit gestochener Präzision. Ihre Partner, Albrecht Kludszuweit und Michael Haag, kamen vom Aalto-Theater. Haags Bass-Bariton passte gut zu den barocken Teilen des Oratoriums; Kludszuweits Tenor hatte in den lyrischen Arien schönen Glanz und in den Szenen des Uriels fast wagnersche Kraft. JG